Tattoos

Können Tattoos eine Allergie auslösen?

Viele Urlauber bringen sich ein ganz besonderes Souvenir mit – ein .
Es kann ein echtes Tattoo sein oder ein aufgemaltes aus Henna. Etwa 10 % der Deutschen sollen schon tätowiert sein.

Henna-Tattoos:
Henna-Tattoos werden auf die Haut aufgemalt. Diese Tattoos sind nicht von Dauer, sondern verblassen innerhalb weniger Wochen wenn sich die obere Hautschicht natürlicherweise erneuert.
Henna an sich ist in der Regel gut verträglich. Es wird aus den Blättern der Lawsonia-Pflanze gewonnenen. Es hat eine leicht gelblich-rot-braune Farbe, die nicht intensiv genug färbt. Es dauert dadurch einige Stunden, um die Hautschichten zu färben. Daher wird der Farbe meist ein Zusatzstoff namens PPD (p-Phenylendiamin) zugesetzt. Es entsteht „Black-Henna“ . Die Einwirkzeit verkürzt sich auf 30 – 60 Minuten. Natürliche Henna ist rotbraun, gefärbtes Henna ist wesentlich dunkler, fast schwarz.
Dieses zugesetzte Färbemittel PPD kann für allergische Hautreaktionen verantwortlich sein. Es kommt zu Hautbrennen, Ausschlag und sogar Blasenbildung. Meist klingen die Beschwerden innerhalb weniger Tage mit dem natürlichen Abschälen der Hautschichten wieder ab. Es kann aber auch zu langwierigen jahrelangen Schädigungen kommen. Es bilden sich dann Narben oder ständige Hautbeschwerden (Dermatosen). Diese Stellen sind ständig empfindlich bei Sonneneinstrahlung. Sie heilen sehr schlecht und sind sehr schmerzhaft. In schweren Fällen ist unbedingt ein Arztbesuch angeraten. Auch Fälle, die im Krankenhaus stationär behandelt werden mussten, sind bekannt.

Ist erst einmal eine allergische Reaktion aufgetreten, müssen die Betroffenen genau darauf achten, dass diese Substanzen PPD auch in Haarfärbemitteln, in Kleidungsstücken oder auch Medikamenten Verwendung finden können. Fast überall ist PPD enthalten, und es ist extrem schwierig und lästig, PPD-haltige Stoffe im Alltag zu umgehen. Selbst wenn die ersten Reaktionen auf Black-Hanna nur sehr leicht waren, kann es durch die Sensibilisierung zu erheblich heftigeren allergischen Problemen beim Gebrauch von z.B. Haarfärbemitteln mit PPD kommen. Diese Produkte sollten dann unbedingt gemieden werden, um einen erneuten Anfall zu vermeiden.

Bei besonders schwerer Allergie kann ein Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff sogar zu einem so genannten anaphylaktischen Schock führen. Der kann lebensgefährlich sein, wenn nicht umgehend Sofortmaßnahmen eingeleitet werden.

Echte Tattoos
Bei echten Tattoos gibt es gleich mehrere Gefahrenquellen:

  1. Wie bei den Henna-Tattoos besteht hierbei natürlich auch zunächst eine Gefahr in den verwendeten Farben. Auch hierbei kann ein sensibler Mensch auf Farbzusätze reagieren.
  2. es besteht durch den invasiven Eingriff zusätzlich die Gefahr von Infektionen
  3. länger anhaltende Hautreizungen, Infektionen und Hautschwellungen werden häufig berichtet
  4. eine weitere Gefahr ist das evt. gleichzeitig stattfindende Piercing mit vielen zusätzlichen Problemen für Allergiker (Nickel, Meridian-Blockaden, etc)

In Deutschland gibt es seit dem 1. Mai 2009 eine Tätowiermittelverordnung. Es wird viel über Gesetze geregelt, aber wenn die Kontrolle und die Schulung der Kontrolleure nur mangelhaft sind, hilft uns jedes Gesetz wenig.