Neurodermitis-Symptome

Was sind die wichtigsten Symptome einer ?

Wie Sie die Anzeichen einer Neurodermitis richtig erkennen können

Die Neurodermitis ist die häufigste allergische Hauterkrankung überhaupt. Schon fast 50 % der Kleinkinder in Deutschland leiden unter diesen Symptomen. Neurodermitis ist zu einem alltäglichen Begriff geworden. Sehr viele junge Mütter müssen sich leider schon frühzeitig mit dieser Erkrankung beschäftigen.

Diagnose der Neurodermitis

Die Neurodermitis wird auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt. Es existieren allerdings auch noch andere Bezeichnungen. Dies zeigt, dass eine Zuordnung selbst unter Spezialisten nicht eindeutig und klärend ist. Andere Begriffe sind: endogenes Ekzem, Säuglingsextrem, Milchschorf, Neurodermitis constitutionalis. Diese Definitionen werden sehr unterschiedlich ausgelegt.

Es gibt sehr differenzierte Verlaufsformen und zeitlich sehr große Unterschiede im Auftreten der Neurodermitis. Wir beobachten ausgesprochen milde Form einer Neurodermitis, die kaum Therapie bedürftig und wenig beeinträchtigend sind. Es gibt allerdings auch ausgesprochen schwere Krankheitsbilder, die zeitweise nur stationär in einer Klinik und unter hohem Cortisoneinsatz beherrscht werden können.

Meist kommt es zu einem schubweisen Hautausschlag verbunden mit starkem Juckreiz. Obwohl eine erbliche Disposition den Ausbruch der Krankheit begünstigt, spielen etliche andere Faktoren eine Rolle beim Ausbruch der Symptome. Die Neurodermitis zeichnet sich nicht nur durch unbeschreiblichen unstillbaren Juckreiz aus, sondern auch durch den ständigen Wechsel zwischen Hoffnung und Frustration. Der ganze Körper kann befallen und die Haut vollständig mit blutenden und nässenden Rötungen überzogen sein.

Ursachen und Auslöser für Neurodermitis

Es gibt vielfältige Ursachen für die Neurodermitis. Der Begriff atopische Dermatitis deutet schon auf den allergischen Hintergrund hin. (Atopie = Allergie). Wenn es in einer Familie zu einer Häufung von Neurodermitis kommt, wird eine genetische Disposition (Veranlagung) als wichtigste Voraussetzung angesehen. Da in den letzten Jahren die Symptome allerdings sehr stark zugenommen haben, auch in Familien bei denen keinerlei Vorerkrankungen bekannt sind, ist ganz sicher die erbliche Disposition nicht der ausschlaggebende Faktor.

So führt die Vielfalt an mögliche Ursachen häufig dazu, bestimmte Faktoren beliebig zu verallgemeinern. Es finden sich dogmatische Ansätze als Erklärungsmodell für eine bestehende Neurodermitis. Beim dem einen sind es die neurotischen Mütter, bei dem anderen ausschließlich Allergien, oder es sind Erbkrankheiten oder Verhaltensstörungen des Betroffenen selbst. Die Ursache pauschal auf einen Faktor zu reduzieren, verschließt den Blick auf eine erfolgreiche Therapie. Gerade bei der Neurodermitis müssen verschiedene Bereiche in die Überlegungen einbezogen werden: die Familie, die sozialen Umstände, erbliche Vorbelastung, Störungen im Magen-Darmbereich, Mangelversorgung mit essenziellen Vitalstoffen, Ernährung oder Hautpflege.

Die Neurodermitis ist streng genommen keine Hauterkrankung, sondern viel eher eine Immunstörungen, die über die Haut sichtbar wird. Ein Ungleichgewicht im Immunsystem führt zu einer Entzündung im Hautgewebe. Es kommt zum Austritt von Entzündungsfaktoren aus den Mastzellen (weiße Blutkörperchen) in der Haut.

Eine besondere Belastung für die Familie stellt der besonders in der Nacht zunehmende Juckreiz dar. Die Kinder leiden unter diesem zunehmendem Jucken auf der Haut und schlafen sehr unruhig. Sie fangen an sich zu kratzen und fügen sich unter Umständen tiefe Hautverletzungen zu. Der Grund für die nächtliche Verschlimmerung liegt zum einen darin, dass die tagsüber übliche Ablenkung fehlt und dass es zu einem Wärmestau unter der Decke kommen kann mit zusätzlichem Schwitzen. Hinzu kommt, dass sich in der Nacht der körpereigene Cortisonspiegel senkt, wodurch der entzündungshemmende und juckreizlindernde Effekt des Hormons nachlässt.

Durch die offenen Wunden durch das Katzen kann es bei Neurodermitis zu zusätzlichen Komplikationen kommen. Durch schmutzige Finger werden Pilze oder Bakterien in die Wunde übertragen und es kommt zu weiteren Infektionen. Daher ist es manchmal nötig Antimykotika (Mittel gegen Pilze) oder Antibiotika (Mittel gegen Bakterien) einzusetzen.

Die Ursachen im Einzelnen

Die genetische Disposition (Veranlagung)

Wie schon oben erwähnt, ist der Versuch die Hauptschuld für eine Neurodermitis in einer genetischen Veranlagung zu sehen, mit sehr großer Vorsicht zu genießen. Es ist zwar richtig, dass in Familien bei denen Vater und Mutter ebenfalls Allergien haben, Kinder verstärkt unter Neurodermitis leiden. Dabei ist es interessanterweise allerdings nicht wichtig, dass die Eltern ebenfalls am Neurodermitis leiden. Viele andere Allergieformen führen zu einer erhöhten Sensibilität bei den Kindern. Zudem entwickeln immer mehr Kinder die Symptomatik, obwohl weder bei den Eltern noch bei den Großeltern Allergien aufgetreten sind. Eine erbliche Disposition ist daher auf keinen Fall verantwortlich für das Auftreten von Neurodermitis. Erst wenn andere Faktoren hinzu kommen, kann es sein, dass die Erkrankung ausbricht.

Eine genetische Disposition wird sehr gerne als Ausrede benutzt, um nicht über seine eigenen Verhaltensweisen, seine Ernährung, seine Lebensumstände und seine eigene Verantwortung für das körperliche Wohlergehen nachzudenken. Es ist einfacher die Schuld und die Verantwortung einer anonymen Instanz, nämlich der Genetik, zuzuweisen als selber die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Diese Einstellung ist sehr häufig in der Praxis zu beobachten, wenn die Patienten zu Therapeuten kommen und meinen, dass alles mit ein paar Pillen und einer Creme erledigt werden kann. Wenn dann die grundsätzlichen Lebensumstände in der Familie angesprochen werden, kommt es sehr schnell zu Abwehrreaktion.

Die Ernährung bei Neurodermitis

Es gibt eine ganze Reihe von Nahrungsmitteln, die zu allergischen Reaktionen führen können. Ganz besonders wichtig sind hierbei Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel zum Beispiel Milch, Weizen oder Ei. Hierbei ist meiner Erfahrung nach allerdings nicht das Lebensmittel sondern eine grundsätzliche Problematik im Darmbereich Ursache für die auftretende Neurodermitis. Durch falsche Ernährung oder Malabsorption im Darm kann es begleitend zu Mangelerscheinungen kommen. Es fehlen Vitamine und wichtige Mineralstoffe, die für den Stoffwechsel des Körpers unbedingt erforderlich sind. Eine Substitution dieser Stoffe über sehr gute Nahrungsergänzungsmittel ist daher sehr sinnvoll.

Nähere Details finden Sie im Bereich Verdauung oder unter Kreuzallergien.

Stress

Auch Stress hat einen hohen Einfluss auf den Ausbruch der Krankheit. Der Name Neurodermitis zeigt schon die deutliche Verbindung zu den Nerven (Neuro). Es ist eindeutig zu beobachten, dass bei vielen Neurodermitikern Stress – egal welcher Ursache – zu verstärkten oder erneuten Schüben führen kann. Daher ist für eine erfolgreiche Behandlung immer die familiäre Situation, das berufliche Umfeld oder andere Stress auslösende Faktoren mit zu berücksichtigen. Entspannungstechniken für Kinder und Erwachsene sind ein sehr hilfreiches Mittel, um ein besseres Körperbewusstsein zu schaffen. Alleine auf diesem Weg sind deutliche Besserung in zu erzielen.

Weitere Faktoren

Bei Erwachsenen kommen noch Reizungen durch Hautpflegemittel oder Tierhaare zu. Diese sind allerdings im Rahmen einer allgemeinen Allergiebehandlung gut in den Griff zu bekommen und können als Auslöser sehr schnell ausgeschlossen werden.

Die Haut und die unterschiedlichen Schleimhäute im Körper (Atemwege, Darm) stehen in einem sehr engen Zusammenhang zueinander. Da ist es auch nicht verwunderlich wenn sich im Laufe der Jahre Allergien verlagern und plötzlich neue Problemfelder auftauchen. So kann es sein, dass es bei einem Kleinkind mit einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit anfängt, sich danach eine Neurodermitis entwickelt, dann immer wieder auftretende Infektionen in den Atemwegen zu beobachten sind und sich schließlich ein Asthma bronchiale oder Heuschnupfen entwickelt. Eine rechtzeitige und schnelle Behandlung junger Patienten ist daher sehr wichtig, um weitere Folgeschäden zu vermeiden.

Vorbeugung bei Neurodermitis

Liegt in der Familie schon eine Bereitschaft (Disposition) für Allergien vor, sollte bei Säuglingen schon früh alles vermeiden werden, was den jungen Körper reizen könnte. Dazu gehört eine entsprechende Ernährung der stillenden Mutter, die Versorgung des Kindes mit kindgerechten speziellen Bakterienkulturen für den Darm und eine rechtzeitige Stärkung des Immunsystems.

Es ist immer wichtig bei einer Neurodermitis die Ursachen zu ergründen und zu bekämpfen, statt nur Symptome zu behandeln.