Desensibilisierung

Kann eine Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung bei Allergien wirklich helfen?

Die systematische Desensibilisierung und mögliche Nebenwirkungen

Bei diesem Verfahren erhält ein Allergiker über einen Zeitraum von 3-4 Jahren immer wieder Spritzen mit ansteigenden Konzentrationen des Allergens, um über die Zeit eine Verträglichkeitsreaktion zu erreichen. Diese Behandlung wird von Allergologen vorgenommen bei Heuschnupfen, Insektengiftallergien, Hausstaubmilben-Allergien und Tierhaarallergien.

Da die Behandlung über mehrere Jahre durchgeführt werden muss, gibt es eine sehr hohe Abbruchquote. Zudem ist dieses Verfahren öfter mit anaphylaktischen Schockreaktionen in Verbindung gebracht worden, so dass eine Behandlung nur in einer Spezialpraxis oder im Krankenhaus durchgeführt werden kann.

Über Erfolgsraten werden sehr unterschiedliche Ergebnisse publiziert.
Eingesetzt werden kann die Hyposensibilisierung nur wenn sehr wenige Allergien vorliegen z.B. bei Heuschnupfen, Insektenallergien, Tierhaarallergien und Hausstaubmilbenallergien. Da aber sehr viele Allergiker nach einigen Jahren unter mehreren verschiedenen Allergien zu leiden haben, ist dieser Ansatz nicht sehr praktikabel. Es betrifft daher auch nur einen sehr kleinen Teil der Patienten. Und da die Therapiedauer mit 3 – 4 Jahren sehr lang ist, halten auch nur sehr wenige Patienten bis zum Schluss durch.

Es wird – wenn die Patienten wirklich die vollen 5 Jahre durchhalten – von Erfolgsraten von 60 – 90 % gesprochen: Insektengifte bei 90%, Heuschnupfen bei 80%, Hausstaubmilben bei 60%.

Da die Abbruchrate innerhalb dieser 5 Jahre allerdings sehr hoch ist, liegt die tatsächliche Erfolgsrate auf einem extrem niedrigen Niveau. Trotzdem wird intensiv weiter an diesem Ansatz geforscht, um die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern.